Porzellan – Informationen und Trends

30.11.2011 | Porzellan

Seinen Namen hat Porzellan von einer Meeresschnecke, deren weiß glänzende Schale dem sehr nahe kommt, was Menschen unter der edlen Keramik verstehen. Diese wurde schon seit 620 n.Chr. in China aus Kaolin, Quarz und Feldspat gebrannt, im frühen 18. Jahrhundert entwickelten die deutschen Alchimisten Böttger und Tschirnhaus in Meißen bei Dresden das europäische Porzellan. Eigentlich waren sie auf der Suche nach einer alchimistischen Formel für Gold gewesen, die Porzellanerfindung, die Böttger exakt am 28. März 1709 vermeldete, war wesentlich mehr wert. Die Etymologie “weißes Gold” weist noch immer auf die ursprüngliche Intention hin. Böttger hatte seine Experimente unter Haftbedingungen durchgeführt und starb wenige Jahre später an den Folgen der ungesunden Arbeitsumgebung. Die Manufaktur auf der Meißner Albrechtsburg blieb bis 1863 erhalten, noch heute wird in Meißen Porzellan hergestellt, das zu den Weltklassikern zählt. Im Folgenden versuchen wir Sie allgemein über Porzellan zu informieren.

Fast lichtdurchlässig ist Porzellan, es glänzt, ist ursprünglich reinweiß und härter als Stahl. Unter allen künstlerisch hochwertigen Gebrauchsgegenständen zählt es zu den modernisierungsresistentesten, immer wieder kommen die Designer auf die klassischen Formen und Vorlagen zurück. Dennoch gibt es genügend Raum für neue Ideen, und edles Geschirr für die ganz besonderen Anlässe wird immer benötigt. Meist wird hierbei Tradition mit Moderne verknüpft wie bei der Meißner Idee der 2000er Jahre, den Ming-Drachen wieder aufleben zu lassen, den die sächsischen Porzellanmaler erstmals im 18. Jahrhundert auf das Geschirr gebracht hatten. Die Porzellanmanufaktur Fürstenberg gibt seit einigen Jahren wieder die Victoria-Luise-Geschirrserie heraus, eine Idee aus den 1950er Jahren, die ein neues Design bekam. Und die Porzellanfabrik Walküre legte ihre fast 100 Jahre alte Porzellan-Kaffeemaschine in den 2000er Jahren neu auf, unter strengster Beibehaltung der hohen Qualität. Einen etwas anderen Weg gehen Hersteller wie Villeroy & Boch. Hier kommen oftmals innovative Formen zum Einsatz, die kaum noch klassische Vorlagen erkennen lassen, sondern bewusst auf absolute Modernität setzen.

Was ist klassischer Porzellanstil?

Das lässt sich wie beschrieben gut an einzelnen Manufakturen festmachen. Meißen setzt klar auf Klassik, man fühlt sich der Tradition zutiefst verpflichtet. Noch immer werden Figuren wie zu Böttgers Zeit gefertigt, auch Geschirr hat unendliche Verzierungen in klassizistischer Anmutung, einen Ausflug in moderne Formgebung gestattet man sich höchstens sehr unterschwellig. Damit soll Niveau und zeitloser Charme kommuniziert werden, gleichzeitig ist Meißner Porzellan der Ausdruck einer besonderen Kultur, die auch in ihre sächsische Umgebung eingebettet ist. Dass auch moderne Designs das Potenzial zum Klassiker haben, beweist unter anderem Villeroy & Boch, obgleich der Hersteller auf eine ähnlich lange Geschichte wie Meißen zurückblickt. Hier wird beständig eine Brücke zwischen Tradition und Moderne geschlagen, mit einem stets zur Innovation hinstrebenden Trend. Was ist also klassisches Porzellan? Vielleicht jedes Stück aus Porzellan, bei dem die Besonderheit dieses einzigartigen Materials designerisch verinnerlicht wurde. Oder um es kurz zu sagen: Klassisches Porzellan darf alles sein – nur nicht langweilig.

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